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DPSG Freiburg - mir im Süden

01
Sep

We Are DUTYful…

Für Außenstehende mag es ein recht merkwürdiges Bild abgegeben haben: Da tauchen auf einmal am Gengenbacher Bahnhof lauter Leute in komischen Verkleidungen auf, und heben an Gleis 2 Stangen mit einer schwarzen Stoffplane als überdimensionalen Schirm. Und damit noch nicht genug, die machen auch noch komische Spielchen, haben mit einem Mal Alufolie auf dem Kopf oder einen Regenschirm in der Hand.

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Das war der Auftakt zum Vorstände- oder auch Vampir- WBK „Bis(s) zum Holzklötzchen“. Der Kurs fand vom 27.08.- 04.09. im Diözesanzentrum der Diözese Freiburg in Gengenbach statt.


 

Wir trafen uns mit den Teamern am Bahnhof und erledigten dort auch schon den ein oder anderen Tagesordnungspunkt wie Begrüßung, Kennenlernspiele, und die Frage, wo wir eigentlich alle herkommen. Schnell wird klar, dass dieser V-WBK gefüllt ist mit Vorständen aus ganz Deutschland. Um mal die weiteste Distanz aufzugreifen: Zwischen Hamburg und Überlingen war alles drin. 18 Alphatierchen in der Altersspanne von 18 bis 56 Jahren mit einem gemeinsamen Ziel: ein kalbsleberwurstfarbenes Halstuch, ein Lederband und Holzklötzchen.

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Der angesagte Hike für die erste Nacht entpuppte sich dann als eine von den Teamern geplante Rallye vom Bahnhof in Gengenbach über den Hausacher Friedhof mit dem eigentlichen Ziel Farrenkopf. Um es an dieser Stelle kurz zu machen: Wir haben durch eine Aneinanderreihung mehrerer unglücklicher Zufälle dieses Ziel nie erreicht, auch wenn wir uns bis auf wenige hundert Meter herangepirscht haben.

Aber statt bei völliger Dunkelheit über Stock und Stein weiter bergauf zu laufen verständigten wir uns konsensfrei für den Weg nach unten. Ein Anwohner stellte uns freundlicherweise für die Nacht seine Garage und Werkstatt zur Verfügung, die nächsten Aufgaben der Rallye lösten wir „auf gut Glück“. Das war letztendlich erfolgreich, denn die letzte Etappe der Rallye war der Ort, wo uns die Teamer einsammeln und mit Frühstück versorgen wollten. Trotz recht frühem Aufbruch wurden wir auf dem Weg dorthin von den Teamern eingeholt und das Frühstück kurzerhand vom „Haseneckle“ auf den Gengenbacher Sportplatz verlegt. Nach dieser Stärkung machten wir uns dann auch auf zum Baden- Powell- Haus.

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In unserer Kursgruft angelangt, wartete auch gleich der thematische Einstieg auf uns. Da der WBK auf Vorstände zugeschnitten war, beleuchtete die Inhalts-Infoeinheit zu den Entwicklungsschwerpunkten des Kurses neben den Allgemeinen auch die Speziellen für Vorstände:

-         Rollenklarheit  und –Sicherheit

-         Doppelte Leitungsverantwortung

-         Visionen entwickeln und voran bringen

-         Delegation

Begleitend zum theoretischen Input der Projektmethode ging es parallel auch gleich an deren praktische Umsetzung. Die Kleingruppen fanden sich, man lernte einander kennen und tauschte sich über seine persönlichen Lernziele für den Kurs aus.

Die leuchtenden Augen der Kursteilnehmer stimmten uns ein auf den ersten Höhepunkt des Kurses. Das Team zog sich aus seiner bisherigen aktiven Rolle zurück und legte der Kursgruppe die Verantwortung für den Auftrag „findet und realisiert ein gemeinsames Projekt“ in die Hände. So saßen dann an einem Montagabend 18 Vorstände- ausgestattet mit Know-how und theoretischem Rüstzeug zur Projektmethode- vor der Frage „Und nun?“.

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Schnell zeigte sich, dass viele erfolgreiche Jahre an Leitungs- und Führungserfahrung sich in Kombination nicht automatisch potenzieren und aus dem Stehgreif in eine zündende Idee münden. Die Gruppe mühte sich durch scheinbar endlose Diskussionen über Art, Umfang und Inhalt von Arbeitsaufträgen und Abstimmungen, bis wir Kursteilnehmer vor lauter Klebepunkten und Methodenchaos kurz davor standen, den Blick und den Weg auf unser Ziel und die Inhalte zu verlieren. Argumente flogen wild durch den Raum, Bedenken wurden geäußert und mancher Einigungsschritt zauberte dem beobachtenden Kursteam einen fragenden Blick auf’s professionelle Antlitz. Im Laufe des Entscheidungsprozesses reifte allerdings ein Ideenansatz, für den nach und nach mehr Teilnehmer entflammten. Dennoch bedurfte es letztlich des einen oder anderen Fingerzeigs des Kursteams, bevor schließlich nach etlichen „Geburtswehen“ die Sektkorken knallen konnten und unser gemeinsames Projekt geboren war.

Das kursinterne Geburtsdatum des Konsens wurde mit 31.08.2011, 21.38 Uhr festgehalten. 

Der Konsens lautete wie folgt:

Wir als Pfadfinder machen den Freiburgern unsere Verpflichtung gegenüber Gott, gegenüber den Mitmenschen und gegenüber uns selbst erlebbar.

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Gleich nach dem Sekt ging es dann auch schon an die Arbeit. Ein Zeitplan musste her, die Aufgaben mussten verteilt werden. Danach trennten sich unsere Wege vorerst in die verschiedenen Arbeitsgruppen. Während die ersten schon fleissig brainstormten und Ideen sponnen, konnten andere erst am Donnerstag Morgen loslegen.

Da wir in der Freiburger Innenstadt 3 Jurten aufbauen wollten, musste die Genehmigungsgruppe schon um 7.00 Uhr los, um rechtzeitig beim Ordnungsamt zu sein. Draußen vor dem Baden- Powell- Haus hatte der Master- und Infoknoten sein Büro errichtet, und hielt von dort aus alle anderen auf dem Laufenden. Nach einigem Hin und Her was den Ort des Geschehens anging stand um etwa halb 11 endlich fest, wo man uns finden würde. Derweil hatte die Öffentlichkeitsgruppe schon ein Motto und einen Flyer erstellt und etliche Telefonnummern rausgesucht und konnte los telefonieren. Die Inhaltsgruppe wusste bereits wie sie die Jurten gestalten wollen. Und die Transport- und Aufbaufgruppe musste sich lediglich noch Gedanken machen, wie die Jurten befestigt werden, ohne Heringe ins Kopfsteinpflaster zu schlagen.

Gegen 13 Uhr wurde es etwas hektisch, weil fast alle aufbrachen, um nach Freiburg zu kommen- die einen zum Aufbauen, die Anderen zum Drucken der Flyer.

Und als gegen 16.00 Uhr alle beisammen waren, konnten wir mit Flyern und Teelichtern bestückt in der Freiburger Innenstadt auf die Menschen zugehen und sie einladen.

 

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In der „Duty to God“- Jurte  wollten wir den Menschen die Möglichkeit bieten, eine Kerze anzuzünden, Fürbitten zu formulieren und einen Moment innezuhalten.

Lauter ging es in der „Duty to others“- Jurte zu. Dort bestand die Möglichkeit in der Gemeinschaft zu singen oder aber auch selbst zum Instrument zu greifen.

Etwas besonderes gab es in der „Duty to myself“- Jurte: Unter dem Motto „Paddle your own canoe“ gab es hier die Möglichkeit, auf einer WII gegen die Zeit zu paddeln. Als kleinen Gag hatten wir doch tatsächlich im Diözesanzentrum auch noch ein aufblasbares Boot, Paddel und Schwimmwesten gefunden, die aufgestellt wurden.

Natürlich standen wir den Passanten, die uns besuchten, Rede und Antwort darüber wer wir sind und warum wir diese Aktion machen. Einige hatten ihr Teelicht mitgebracht, andere waren einfach nur neugierig. Die Resonanz zu unserer Aktion war auf jeden Fall rundum positiv.

Nachdem dann später alles wieder abgebaut und eingeladen war, stärkten wir uns noch in einem Brauhaus, lachten herzlich und liessen den Tag Revue passieren. Zurück in Gengenbach brauchten wir dann nur noch alles Material wieder verstauen um dann bei Lagerfeuer, Gitarrenklängen und Stockbrot den Tag ausklingen lassen. Unser Projekt war gelaufen, der Tag mit all seinen Anstrengungen vorbei.

 

Irgendwie war es ein merkwürdiges Gefühl, etwas zwischen Wehmut und Euphorie. Schade dass es vorbei ist, aber hurra, wir habens geschafft! Ein kleines bisschen Grauen war natürlich auch dabei, denn für den Freitag stand außer den Mahlzeiten nur ein zentraler Punkt auf dem Plan: Die Reflexion.

Wir stiegen morgens mit der Morgen- und Resterunde ein und begannen die Reflexionsphase dann damit, das eigentliche Projekt zu reflektieren. Das vom Team dafür zur Verfügung gestellte Zeitfenster war zwar kurz, aber ausreichend.

Sehr viel wichtiger war auch der Teil, der den Entscheidungsprozess reflektieren sollte. Wir stiegen ein mit einer reinen Verlesung des Protokolls, für welches die Teamer eigentlich ein Fleisskärtchen verdient hätten. Das Protokoll überspannte die Längsseite von 4 Tischen, die Schrift hätte nicht kleiner sein dürfen um bequem lesen zu können. Im zweiten Teil ging es dann darum, in Einzelarbeit den Prozess zu reflektieren. Anhand gestellter Fragen wie “Was hat mich/ den Prozess vorangebracht?“, „Was hat mich/ den Prozess gehemmt?“ usw. hangelten wir uns am Protokoll entlang und dachten nach. Der dritte Teil bestand dann darin, das Protokoll noch einmal blöckeweise durchzugehen und einzelne Punkte zu besprechen. Gefragt waren Rückmeldungen, Erkenntnisse, Kommentare, kurz: Beteiligung. Natürlich versuchte der ein oder andere auch hier noch mal, die Methode in Frage zu stellen. Aber bei Teamern beisst man damit zumindest in der Reflexion auf Granit, was im Nachgang auch sehr richtig und wichtig war. Einigen wurde erst hinterher klar, wofür das Ganze eigentlich gut war.

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Auch der Samstag war noch einmal von den Ergebnissen der Reflexion geprägt. Im nächsten Schritt ging es darum, Gelerntes aufzuarbeiten und so ein Vorhaben daraus zu entwickeln. Wir sponnen Visionen, überlegten uns wie es weitergehen könnte, inspirierten uns gegenseitig. Ein kleines bisschen Erleichterung machte sich breit, als um 16.00 Uhr von den Teamern verkündet wurde: „Ihr könnt jetzt Euren Abschluss planen.“ Entstanden ist dann ein schönes Fest mit Gottesdienst, Lagerfeuer, Grillen und gemütlichem Beisammensein in der Partygruft.

Leichter gemacht haben wir uns den (für den ein oder anderen tränenreichen) Abschied am Sonntag damit nicht. Aber wir freuen uns alle auf unser EWO im Februar, darauf uns alle wiederzusehen und zu hören, wie sich unsere Vorhaben entwickelt haben.

 

 

Ein Bericht von Sandra Wiening, Fabian Stöcklin und Bianca Fein
Fotos Oliver Rothardt

 

 

 

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