Gute Stimmung hatte schon vor der St.-Georgs-Kirche geherrscht, obwohl es bitter kalt - wenn auch sonnig - war. Gut 1.000 Menschen - überwiegend Pfadfinderinnen und Pfadfinder - drängten sich auf der Freitreppe, um zur zentralen Aussendungsfeier der Friedenslicht-Aktion 2007 zu gelangen, die am 16. Dezember in Stuttgart stattfand. Als das Licht aus Betlehem in der riesigen Laterne von VertreterInnen der vier beteiligten Pfadfinderverbände zum Altar gebracht wurde war die Kirche überfüllt.
In der mit einem Jurtendach und den Bannern der beteiligten Verbände DPSG, PSG, VCP und BdP sowie der Weltverbände WOSM und WAGGS geschmückten Kirche wurde das Licht bereits sehnsüchtig erwartet. Der Pfadi-Chor "Con Canto" mit Band (Denkendorf) stellte gleich zu Beginn sein Können unter Beweis.
In einem Anspiel wurde der Blick noch einmal auf das Jubiläumsjahr "100 Jahre Weltpfadfinderbewegung" gelenkt, dessen Abschluss die Friedenslichtaktion schließlich darstellte:
Es wurden die Anfänge der Pfadfinderei im Kontext des Krieges beleuchtet, und der Gründer der Bewegung, Robert Baden-Powell - damals als "Kriegsheld" gefeiert - mit Äußerungen zum Thema "Frieden" zitiert. Natürlich mußte in diesem Jahr auch das Landesjamboree in Bruchsal zur Sprache kommen; mit einer Phantasiereise wurde alle Anwesenden sogar auf ein World-Jamboree geführt, das mit seinen unzähligen Menschen unterschiedlichster Nationalitäten als wirklicher Friedens-Ort erlebt werden kann.
Dass Friede auch ganz konkret werden kann zeigte die Vorstellung des Projektes "Talita Kumi": Hier wird ganz handgreiflich versucht, Begegnung zwischen israelischen und palästinensischen Jugendlichen zu ermöglichen, und das mitten in der friedlosen Krisenregion, aus der nicht nur das Friedenslicht, sondern leider auch jede Menge schlechter Nachrichten über Gewalt und Unfrieden kommen.
Noch konkreter wurde es bei der Verteilung des Lichtes an die vielen mitgebrachten Laternen und Kerzen: Acht Pfadis teilten mit, wohin sie das Friedenslicht bringen wollen: Zu einem Arbeitskollegen, mit dem man Streit hat; zu einem Nachbarn, mit dem man sonst wenig redet; zu einem Schulkameraden; zu Obdachlosen; zu ausländischen Menschen in Stuttgart. Dann verteilte sich das Licht hundertfach durch die Kirche mit dem Auftrag, jeder möge in seinem Umfeld selbst Bote des Friedens sein.
Zu Fuß, per S-Bahn, Zug oder Auto gelangte das Friedenslicht 2007 nach der Aussendungsfeier an viele Orte im ganzen "Ländle"; noch am selben Abend fanden in vielen Kirchen kleinere Aussendungsfeiern statt. Auch in den nächsten Tagen wird das Licht in vielen Schulen, Altenheimen, Krankenhäusern und Kirchen weitergereicht; Oberbürgermeister nahmen das Licht von Pfadfindern entgegen und lobten die Aktion als einen wichtigen Beitrag zum Frieden, so z.B. in Karlsruhe.
Rückmeldungen zur Friedenslicht-Aussendung in Stuttgart sowie Berichte über Eure Aktionen mit dem Licht zu Hause nehmen wir gerne entgegen unter " Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ".
Alle Fotos auf dieser Seite: Daniel Lienert (DPSG Freiburg)
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