Als Koch für das DL Wochenende wagte ich den Selbstversuch ökologischen Einkaufs.
Bereits Tage zuvor hatte ich aufgrund meiner Arbeitszeiten den Einkauf auf dem Markt verworfen und mir einen Bio-Supermarkt ausgesucht in dem ich mich für das Wochenende eindecken wollte. Ich war fest entschlossen trotz der Verwendung von ökologischen bzw. fair gehandelten Produkte das Budget von 15€ je Teilnehmer für das Wochenende nicht zu überschreiten.
Das Experiment startete am Freitag gegen 15:00 Uhr mit der Suche nach einem Parkplatz. Im Gegensatz zu den Discountern die stets über einen großen Parkplatz verfügen gibt es vor diesem in der Innenstadt gelegenen Supermarkt lediglich drei Parkbuchten. Ich hatte Glück und erwischte den einzigen freien Parplatz. Ich packte meine mitgebrachten Stofftaschen zusammen und betrat den Markt.
Als ich zu den Einkaufswägen kam wurde mir der nächste Unterschied zu einem Discounter klar - die Einkaufswägen hier sind nicht für Einkäufe von Großfamilien, geschweige denn Lagerköchen entworfen worden. Ich vertraute auf meine Stapelkunst und meinen Taschenvorrat und zog eines der Einkaufswägelchen aus der Warteposition und schob es durch eine Klimaschleuse in die Gemüse- und Obstabteilung.
Die Präsentation war ansprechend und so griff ich beherzt zu und langsam füllte sich der Einkaufswagen, doch als ich zu den Tomaten kam starrte ich ungläubig auf das Preisschild: 3,98 € für das Kilo Tomaten das schon eine lange Reise aus Spanien hinter sich hatte. Ich wog meine Optionen ab, entweder konnte ich den Tomaten-Mozzarella Salat vom Speiseplan streichen oder die Tomaten später in einem Discounter kaufen. Ich entschied mich für letzteres und schob den Wagen durch eine weitere Schleuse in Richtung der Regalreihen mit Frühstückscerealien.
Das Frühstücksregal mit den Brotaufstrichen, Müsli, Tee und transfair Kaffee waren schnell abgearbeitet. Da ich hier keine großen Mengen benötigte fiel der Preisunterschied der Artikel nicht so ins Gewicht. Weiter ging es durch die Regalreihen. Beim Olivenöl und Balsamico entschied ich mich für die Hausmarke und konnte so den Preisunterschied zwischen BIO und Discountware erheblich verkleinern.
Da für das Wochenende tolles Wetter angekündigt war wollte ich als Chefkoch die Grillsaison einläuten und steuerte daher zum Schluss die Fleischtheke in dem Bewusstsein an, dass mir hier wohl ein großes Loch ins Budget gerissen würde. Der Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk - Fleischerei begrüßte mich mit einem aufmunternden Lächeln. Unsicher blickte ich in die Auslage und stelle fest, dass mein BIO Einkauf hier vorzeitig zu Ende war - nicht etwa aufgrund des Kilopreises für Grillsteaks, nein es lag schlicht am fehlenden Sortiment - die BIO Grillsaison fängt wohl später an.
Schnell schob ich mein Einkaufswägelchen durch die Kasse. Ein Blick auf die Uhr verriet mir dass es eng werden würde das Abendessen planmäßig auf den Tisch zu bringen, denn es war bereits 16:00 Uhr und es lag noch ein Einkauf im Supermarkt vor mir.
Einkaufen in ungewohnten Umgebungen dauert länger!
bezahlbare BIO Wochenenden sind machbar wenn der Speiseplan stimmt
Nach kurzer Fahrt erreichte ich den großräumigen Parkplatz des Supermarktes und schnappte mir endlich einen der gewohnten Einkaufswägen und begann auch hier in der Obst- und Gemüseabteilung. Zu meiner Freude lag der Kilopreis für Tomaten hier bei nur 2,19 €.
Als nächstes ging es zu den Kühlregalen. Hier stapelte ich ein Dutzend Milchkartons in den Einkaufswagen, die ich im BIO-Supermarkt aus vermeintlich ökologischen Gründen auf der Suche nach Milch in Pfandflaschen aus Glas verschmäht hatte. Meine Recherchen für diesen Bericht haben allerdings gezeigt dass Milchkartons eine bessere Öko-Bilanz haben als Pfandflaschen aus Glas.

Mit etwas mehr Planung im Vorfeld lässt sich der biologische, faire Einkauf auch für Köche von Freizeiten und Lagern umsetzen. Ich freu mich drauf.
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